Trierischer Volksfreund, 25. 08.2020

Film, Fachtag und Fußball gegen Gewalt - Die im Frühling verschobenen Gewaltpräventionswochen der Stadt Trier und des Landkreises Trier-Saarburg werden vom 7. bis 18. September in veränderter Form nachgeholt. Mit Theaterstücken, Filmen, Sportangeboten und einem Fachtag „Gaming“, thematisiert der AK Gewaltprävention verschiedene Formen von Gewalt und deren Vermeidung. Die Gewaltpräventionswochen mussten in diesem Jahr verschoben und gekürzt werden.

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Von Florian Jüngling

Der Arbeitskreis (AK) Gewaltprävention hat sein coronabedingt verkleinertes Programm für die Gewaltpräventionswochen vorgestellt. Die Aktionen, die normalerweise von Mitte Mai bis etwa Mitte Juni stattfinden, reichen von Theaterstücken über Fußballturniere bis hin zu einem Fachtag für Lehrer, Pädagogen und mit Kindern arbeitenden Menschen. Der AK ist seit mehr als 20 Jahren in der Stadt Trier und im Kreis Trier-Saarburg tätig und trägt ähnlich lange die Gewaltpräventionswochen aus. 20 politisch ungebundene Mitarbeiter nehmen ehrenamtlich teil an der Planung und Organisation von etwa 40 Veranstaltungen, die auch für dieses Jahr geplant waren. „Aufgrund der aktuellen Lage musste das Programm allerdings gekürzt werden“, erklärt Petra Job von der Europäischen Sportakademie Trier.

Einige Programme plant zudem auch die Sportakademie selbst, „aber auch Jugendämter, Polizei und der Verein medien-rlp – Institut für Medien und Pädagogik“, berichtet Ingrid Sauer, Vertreterin des AK Gewaltprävention „Diese sind dann in unserem Programm mitausgeschrieben.“ Zudem heben Job und Sauer hervor, dass gerade in Zeiten von Corona das Thema Videospiele besonders gut passe, denn Kinder und Jugendliche hätten besonders viel Zeit, zu Hause eben solche zu spielen.

Weiterhin berichten Sauer und Job von gemischten Reaktionen der Kinder bei aktuellen Ferienangeboten: „Das Angebot wurde auf halbe Tage verkürzt, da viele Kinder lange nicht in der Schule waren und es daher nicht mehr gewohnt waren in einer Gruppe zu agieren.“ Laut Sauer gab es aber auch Kinder „die gar nicht davon beeinflusst schienen“. „Daher sind Veränderungen in der Gruppendynamik momentan noch ungreifbar“. Ein Anstieg des Beratungsbedarfs in der „Nach“-Corona Zeit sei allerdings spürbar.

Die verschiedenen Blickwinkel des Programms werden deutlich, wenn man sich einerseits die Veranstalter anschaut, andererseits aber auch wenn man die immer breitere Zielgruppe betrachtet, die Schüler, Jugendliche, Lehrkräfte und immer auch die Eltern beinhaltet.

Bei Film und Theater gibt der AK Betreuern, die sich vorher mit ihrer Gruppe angemeldet haben, Material an die Hand. Die Vorstellung wird dann am Ende durch Fragen und Eindrücke aufgearbeitet.

Einige Anfragen von Schulen hat der AK bereits. Allerdings rechnen die Organisatoren mit einer eher verhaltenen Nachfrage, da die Schulen aufgrund der aktuellen Lage und der Tatsache, dass sie gerade erst wieder geöffnet haben, eher vorsichtig mit dem Besuch solcher Veranstaltungen umgingen.

Jedoch will der AK auch bei niedrigeren Teilnehmerzahlen die Veranstaltungen weitestgehend durchziehen. „Damit sie sich aber auch lohnen versuchen wir so viel Werbung wie möglich zu machen“, ergänzt Job.

Vermitteln will der AK vor allem eines mit seiner Gewaltprävention: „Es gibt auch noch etwas außer Corona!“ Das Hygienekonzept bei Kino- und Theateraufführungen beinhaltet den Abstand von 1,5m auch am Sitzplatz. Zudem müssen Masken bis zum Platz getragen werden. Weiterhin wird es Theateraufführungen in Räumen der Schulen geben, sogenanntes Klassenraumtheater. Ein weiterer Höhepunkt ist das Fußballturnier „Kick-for-Colours“, bei dem die Regeln zuvor von den Teams miteinander festgelegt werden. Es wird also nicht nach klassischen regeln Fußball gespielt. Für das Turnier am Sonntag den 13. September, ab 11 Uhr auf der Wiese des Trierer Palastgarten sind bereits Teams aus Kaiserslautern, Trier und Schweich angemeldet.

Der Fachtag „Faszination Gaming“ ist am Freitag, 14. September von 9 bis16 Uhr im Bürgerzentrum Schweich. Hier sollen laut Sauer Spiele aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden: „Was passiert im Kopf des Spielenden?“ Welche Gefahren bringen diese Spiele mit sich? Und vor allem: Wie können sie positiv eingesetzt werden? Es wird einen Vortrag und Workshops geben und auch die Möglichkeit selbst zu spielen.

Petra Job freut sich: das Interesse für unsere Veranstaltungen ist definitiv da“ Das merke sie vor allem bei positiver Rückmeldung der breiten und intensiven Werbung, die den Weg sogar bis in die Hochschulen gefunden hat.

Finanziert werden AK und dessen Aktionen durch kleine Zuschüsse der Stadt, aber vor allem durch Spenden, zu denen auch die Nikolaus-Koch-Stiftung beiträgt.

Kontakt, Anmeldung und weitere Infos zum Programm unter www.gewaltpraevention-trier.de, Telefon 06505/99022, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Herzlichen Dank an die Menschen und Organisationen, die uns immer wieder  unterstützen!